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Wissenschaftlicher Fund

Neue Erkenntnisse

Forscher des Naturhistorischen Museums in London untersuchten Überreste von Kieferknochen und Zähnen, die in Marokko nahe der Grenze zu Algerien entdeckt worden waren und fanden dabei Erstaunliches heraus. Die Überreste lassen sich den Menschen der Ibéromaurusien-Kultur zuordnen, die vor rund 15.000 Jahren in der Mittel- und Spätsteinzeit in Nordafrika lebten. Sie müssen außerordentlich stark unter Karies gelitten haben: Die Untersuchungen ergaben, dass fast jedes gefundene Gebiss verfault war. Dieses Ergebnis überraschte die Forscher, denn üblicherweise lebten die Menschen damals als Jäger und Sammler und diese hatten nur selten Karies. Dass dies bei den Menschen in Nordafrika anders war, lag daran, dass die Ibéromaurusier die Lebensweise der Jäger und Sammler mit der der Bauern kombinierten: Sie jagten nicht nur Tiere und sammelten Pflanzen, sondern ernteten auch gezielt Früchte und Getreide. Dazu gehörten Eicheln und Pinienkerne, die besonders viele Kohlehydrate enthalten. Durch sie entsteht Zahnbelag, der bei mangelnder Mundhygiene zu Karies führt. Zudem aßen sie häufig Schnecken, möglicherweise auch mit Schalenresten. Schnecken sind zwar nicht als kariesverursachend bekannt, allerdings können enthaltene Schleifpartikel dazu beigetragen haben, dass die Zähne zerkratzt wurden und somit anfällig für Karies waren. Aus diesen Gründen kam die Zahnfäule in Nordafrika zu dieser Zeit so häufig vor, wie in der Bevölkerung moderner Industriestaaten. Heute sind allerdings eher Zucker und verarbeitetes Getreide in Kombination mit mangelnder Zahnpflege dafür verantwortlich, dass die Zähne geschädigt werden und es zu Karies kommt.

 
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